
Der politische Aufstieg der Alternative für Deutschland (AfD) hat die Behindertenpolitik neu zugespitzt.
Während migrations-, sicherheits- oder europapolitische Positionierungen der Partei intensiv untersucht wurden, blieb ihr Verhältnis zu Menschen mit Behinderungen bislang weitgehend unterbelichtet. Das vorliegende Buch schließt diese Forschungslücke, indem es behindertenpolitische Positionierungen erstmals systematisch analysiert und in einen umfassenden gesellschaftspolitischen Zusammenhang einordnet.
Behindertenpolitik zwischen Inklusion, Ungleichwertigkeit und demokratischem Wandel
Behindertenpolitik gehört zu den Politikfeldern, die selten im Zentrum öffentlicher Aufmerksamkeit stehen. Themen wie Migration, Sicherheitspolitik oder Wirtschaft dominieren regelmäßig gesellschaftliche und politische Debatten. Die Politik für Menschen mit Behinderungen wird dagegen oft als spezialisiertes sozialpolitisches Themenfeld wahrgenommen.

Diese Wahrnehmung steht im Widerspruch zu ihrer tatsächlichen gesellschaftlichen Bedeutung. Millionen Menschen sind direkt betroffen, und nahezu jede Familie ist mittelbar betroffen. Behindertenpolitik betrifft somit einen zentralen Bereich gesellschaftlicher Teilhabe und sozialer Gerechtigkeit.
Aufschlussreiche Randstellung
Gerade diese scheinbare Randstellung macht Behindertenpolitik analytisch besonders aufschlussreich. In Zeiten politischer Polarisierung werden Fragen von Zugehörigkeit neu verhandelt. Dies geschieht häufig in Bereichen, die zunächst wenig öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Behindertenpolitik bündelt zentrale Fragen moderner Demokratien. Wer gilt als selbstverständlich zugehörig und wer wird ausgeschlossen? Welche Rolle spielen Leistungsfähigkeit und Normalitätsvorstellungen für gesellschaftliche Anerkennung?
Ebenso stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen Gleichwertigkeit politisch umgesetzt wird. Der politische Aufstieg der Alternative für Deutschland hat diese Fragen deutlich verschärft. Viele Positionen der Partei wurden intensiv untersucht, jedoch nicht im Bereich Behindertenpolitik. Das Verhältnis der AfD zu Menschen mit Behinderungen bleibt bislang weitgehend unterbelichtet. Dieses Buch schließt diese Forschungslücke durch eine systematische Analyse. Es ordnet behindertenpolitische Positionen in einen umfassenden gesellschaftspolitischen Kontext ein.
analytisches Brennglas gesellschaftlicher Ordnungsvorstellungen
Ziel des Buches ist die Analyse dieser Positionen im Spannungsfeld moderner Behindertenpolitik. Dabei werden menschenrechtliche Standards und Konzepte gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit berücksichtigt. Im Fokus steht die Frage nach strukturellen Mustern politischer Ungleichbehandlung.
Zentrale Leitfragen strukturieren die Untersuchung:
- Welches Verständnis von Behinderung zeigt sich in politischen Programmen und öffentlichen Äußerungen?
- Wie verhalten sich diese Positionen zu Inklusion und gleichberechtigter gesellschaftlicher Teilhabe?
- Werden wiederkehrende Muster sozialer Ungleichwertigkeit erkennbar?
- Welche demokratietheoretischen Konsequenzen ergeben sich aus diesen Entwicklungen?
Diese Fragen bilden die Grundlage der analytischen Untersuchung. Das Buch versteht Behindertenpolitik nicht als isoliertes Spezialgebiet. Vielmehr dient sie als analytisches Brennglas gesellschaftlicher Ordnungsvorstellungen.
Status dieses Buchprojektes
- Titel: Wer dazugehört
- Untertitel: Behindertenpolitik zwischen Inklusion, Ungleichwertigkeit und demokratischem Wandel
- Urheber: Schurgast, Frank (Autor / Autorin)
- Anzahl voraussichtlicher Seiten: 300
- Produktform: Softcover
- Fertigungsstand: 90%
Sei immer informiert und erfahre als erstes alle Neuigkeiten zu diesem Buchprojekt mit dem Newsletter.
Titelbild: Das Titelbild stammt von Marco Verch. Es wurde unter der Lizenz CC-BY 2.0 zur Verfügung gestellt und wird gehostet auf ccnull.de gehostet.

